12.01.2024

Wie schlafen eigentlich Rehe im Winter?

Rehe halten Winterruhe. Sie fahren ihre Körpertemperatur auf ca. 15 Grad Celsius herunter und verringern ihren Puls. Das hat folgenden Grund: Rehe sind tagtäglich unterwegs, um unter jetzt schwierigen Bedingungen Nahrung zu finden. In der kalten Jahreszeit finden sie natürlich weniger und müssen von ihren Fettreserven leben. Daher ist es für sie wichtig, möglichst sparsam mit ihrer Energie umzugehen. Aus diesem Grund sollten wir Rehe im Winter nicht absichtlich aufscheuchen oder gar ihnen nachstellen, da es sie lebensnotwendige Energie kostet. Daher ist es auch unverständlich, dass Reh- und Schwarzwild gerade im Winter, vornehmlich durch Drückjagden gejagt und gehetzt werden – eine völlig unnötige Tierquälerei.

Als Fluchttiere sind Rehe sehr aufmerksam, selbst im Schlaf. Jeder Schlafzyklus besteht im Winter aus einem 30 Sekunden bis 3 Minuten dauernden Dösen. Dann schreckt es auf, hält nach Raubtieren Ausschau, streckt seine Gliedmaßen und schläft wieder ein. Diesen Schlafzyklus wiederholt es fortlaufend für etwa 30 Minuten. In Summe kommt das Reh im Winter nur auf drei Stunden Schlaf. Im Frühjahr und im Sommer gönnen sich Rehe etwa vier Stunden.

Wenn sie sich ausruhen, graben sie mit ihren Vorderbeinen Mulden in den Boden, um dort ein „Rehbett“ zu bauen. Diese Schlafplätze kann man am Waldboden gut erkennen – oft sind es kleine Senken, Blätter und Äste, mit den kleinen Hufen beiseite gescharrt, am liebsten im Dickicht, unter schützenden Tannen oder Fichten, die ihnen ein Dach bieten, fernab der Wege. Im Sommer finden wir die Mulden auch auf Feldern und im hohen Gras. Wenn sie sich sicher fühlen, suchen Rehe ihren Schlafplatz erneut auf, ansonsten wechseln sie häufig, um möglichen Feinden zu entgehen. Rehe sind gesellig und schlafen daher manchmal auch beieinander, davon zeugen dann mehrere kleine Kuhlen. Allerdings ist das nicht die Regel: in der Gruppe sind sie nämlich gefährdeter gegenüber Feinden.

Im Winter führt das Scharren am Waldboden übrigens dazu, dass der Waldboden frei liegt wird – dort können dann später Pflanzensamen keimen, wie zum Beispiel die der Birke, Kiefer oder Tanne.

Im Kreislauf des Lebens profitiert eben jedes Lebewesen in der Natur.

-Gefunden und kopiert, weil für gut befunden von „Waldmädchen“-